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Am 9. Mai 2004 hielt Dr. Karl-Heinrich M. Uhlenried im Ar-beitskreis Zeitfragen in Pforz-heim ein Referat über die Bodhisattva-Frage. Wir ha-ben einige Exemplare des ge-bundenen Manuskriptes die-ses Vortrags vorliegen. Sie sind für eine Schutzgebühr von € 10 / Fr 15 bei uns erhältlich. Das Manuskript umfasst 76 A4-Seiten und enthält 3 faltbare Diagram-me. |
Karl-Heinrich M. Uhlenried Rudolf Steiner und die Bodhisattva-Frage Mit der Bodhisattva-Frage beschäftigen sich sowohl Anthroposophen als auch Esoteriker der unterschiedlichsten Richtungen. Oft steht dabei die Identifizierung lebender oder verstorbener Persönlichkeiten im Vordergrund. Auch die zahlreichen Hinweise Rudolf Steiners zu diesem zentralen Phänomen haben von Anfang an – oftmals mangels tieferen Verständnisses – zu zahlreichen sektiererischen Auffassungen geführt. Die Hintergründe solcher zum Teil völlig entgegengesetzter Interpretationen erlangten erstmals durch die Arbeit Dr. Karl-Heinrich M. Uhlenrieds mehr Transparenz. Seine jahr-zehntelangen unermüdlichen Studien – auch des Sanskrit – erlauben ihm ein umfassendes Verständnis der Angaben Rudolf Steiners aufzuzeigen, wodurch eine Synthese dieser Strömungen möglich wird. In der vorliegenden stark erweiterten Neuauflage beschäftigt sich der Verfasser auch mit Verlautbarungen zu diesem Thema in der anthroposophischen Sekundärliteratur. Seine grosse Kenntnisse und Überschau ermöglicht ihm, diese Arbeiten auf ihren Wert oder Unwert, Richtigkeit oder Bedenklichkeit zu untersuchen. Seine Überlegungen erlauben ihm ausserdem einige neue und zum Teil unerwartete Thesen in Bezug auf die fraglichen Geistesströmungen und Individualitäten aufzustellen. Dank eines breitgefächerten Registers wird es dem interessierten Leser erleichtert, sich in dieser Studienarbeit zurechtzufinden. Zweifellos wird diese wegen ihrer Offenheit nicht nur Freunde gewinnen; doch wenn für uns Anthroposophie ein stetes Erkenntnisbemühen beinhaltet, werden wir auf Liebhabereien verzichten. Im einem gewagter Ausblick überschriebenen Nachwort schreibt der Verfasser u.a.: … das Gruppenhafte hat heute nur noch die Aufgabe, Menschen, die – vielleicht aus karmischen Gründen – keine Veranlassung sehen, aus eigener Kraft ihre Individualisie-rung zu betreiben, auf diese Notwendigkeit hinzuführen. Woraus erhellt, dass Gruppen und Institutionen nur noch berechtigt sind, sich letztendlich selbst überflüssig zu machen. Die potentiellen Möglichkeiten der Individualisierung, die ausschliesslich an die eigene Initiative des einzelnen Menschen gebunden sind, werden gestört durch Widersacher-mächte, die diese Entwickelung zum Höheren Ich verhindern wollen.Das aber sind im gegenwärtigen Zeitalter des höchstpotenzierten Egoismus (R. Steiner, 21.10.07, GA 101) die Asuras (Hindi: Rakshasas), als gefallene Geister der Persönlichkeit im Range von Archai. Sie werden inspiriert von Sorat, dem Sonnendämon, dem Gegenspieler Christi. Nach dem physischen Materialismus des 19. Jahrhunderts reduzie-ren sie das Seelische des Menschen auf Sinnlichkeit und Sexualität im Bestreben, nach dem Geistigen nun auch das Seelische als rein körperliche Funktionen zu identifizieren. Das Ich wird als niederes Ego an die untersten Wesensglieder gebunden, das Bewusst-sein ausschliesslich nach unten reflektiert und damit die Möglichkeit der Entwickelung des höheren Ichs zur freien Individualität blockiert. An Stelle der notwendigen Überwindung von Gruppen und Institutionen folgt daraus ein Rückfall in die Gruppenseelenhaftigkeit. Freiheit wird als ungezügeltes Ausleben des niederen Ichs und zur Einebnung aller Unterschiede missverstanden. Luziferische und ahrimanische Wesenheiten werden zu Helfershelfern der Asuras; die luziferischen zu dem, was Rudolf Steiner den Diakonissenegoismus nannte, die ahrimanischen fanatisiert zur Durchsetzung egoistischer, auch gruppen-egoistischer Ziele mit Hilfe von Gewalt und Terror. Durch alle diese, von Sorat – dem Antichrist! – in Szene gesetzten Machenschaften soll verhindert werden, den Christus im Ätherischen zu erkennen (hierzu bes.: R. Steiner, 12.9.24, GA 346, S. 122ff.). Zur Jahrtausendwende wird der zukünftige Maitreya in seinem hundertjährigen Rhythmus seine Wirksamkeit als Manushi-Bodhisattva wieder aufgenommen haben. Er wird weder die Erneuerung der Weihnachtstagung von 1923 für die Anthroposophische Gesellschaft beschwören, noch die Idee der Waldorfpädagogik der neuen Zeit anpassen oder die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise weltweit propagieren. Daran wird man ihn erkennen, dass er unermüdlich seine Christologie auf geisteswissenschaftlicher Grund-lage wieder in den Vordergrund stellen und diese verknüpfen wird mit der in seiner "Philosophie der Freiheit" veranlagten Entwickelung der freien Individualität zum höheren Ich! (S. 223f.).
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