OPERATION SARKOZY – ODER WIE ES DER CIA GELANG, IHREN AGENTEN ZUM PRÄSIDENTEN FRANKREICHS ZU MACHEN
von Thierry Meyssan, Juli 2008
Die Vorgeschichte
Nach den Präsidentschaftswahlen 2007 hat Frankreich auf Veränderungen gehofft. Was es nun vorgesetzt bekommt, trägt alle Merkmale einer Konterrevolution. Was ist geschehen? Wer ist Nicolas Sarkozy wirklich? Um dies zu erfahren, müssen wir etwas in die Vergangenheit zurückblenden.
Es ist das Jahr 1958, Algerienkrieg. Der US-Geheimdienst CIA befürchtet, dass ein Sieg der Befreiungsbewegung FLN zu einer Erweiterung des sowjetischen Machtbereichs führen könnte. In Frankreich kommt es faktisch zu einem Staatsstreich, als die Armee Charles de Gaulle als neuen Staatschef durchsetzt. Doch die CIA täuscht sich in de Gaulle: Bald entlässt er eine Kolonie nach der anderen in die Unabhängigkeit – auch Algerien. De Gaulles Politik der Entkolonialisierung wird von CIA und NATO deshalb als Verrat angesehen. Es folgen nahezu vierzig Attentate auf de Gaulle (siehe auch Buch/ Film „Days Of The Jackal“) . Um ihn zu schützen, wird rasch ein gaullistischer Sicherheitsdienst, der SAC gegründet. Deren Anführer wird Charles Pasqua. Pasqua, der der korsischen Halbwelt entstammt, ist über einen Ganoven namens Étienne Landri mit der mächtigsten Mafia-Familie der USA, den Genoveses verbunden. Dritter im SAC-Bunde ist Achille Peretti, der persönliche Bodyguard des Präsidenten. Alle drei Männer sind Korsen.
Nun ist de Gaulle imstande, einen klar unabhängigen Kurs gegenüber den „Atlantikern“ (1958-1968) zu fahren: Es gelingt ihm, den Beitritt Englands zur EG zu verhindern (1961), er verurteilt das amerikanische Engagement in Vietnam (1966), sowie das israelische Vorgehen im Sechstage-Krieg (1967) scharf. Als Krönung dieser Politik erfolgt schliesslich Frankreichs Austritt aus der NATO (1968).
Nach dem atomaren Aufstieg Frankreichs (mittels der „Force de frappe“) wird de Gaulle jedoch übermütig: Eine Gegenmacht zum Rockefeller-Imperium in den USA soll in Frankreich entstehen. De Gaulle verbündet sich mit der Rothschild-Familie und ernennt deren Top-Banker Georges Pompidou zu seinem Premier. Nun schlägt die Rockefeller-Dynastie zurück: Die Mai-Unruhen von 1968 werden bewusst geschürt, was schliesslich zur Staatskrise und dem Rücktritt de Gaulles führt (1969). Gleichzeitig begeht Pompidou als neuer Präsident Verrat an seinem Förderer, indem er den EG-Beitritt Englands unterstützt (1972).
Auftritt Sarkozy
Nicolas Sarkozy, Sohn eines ungarischen Antikommunisten und einer griechischen Jüdin, wird 1955 geboren. Nach der frühen Trennung der Eltern (1959) lebt Nicolas mal beim Vater, mal bei der Mutter. Sarkozys Mutter wird nun die Sekretärin von Achille Peretti. In einer steilen Karriere steigt der ehemalige Bodyguard de Gaulles zum Präsidenten der französischen National-Versammlung auf.
Einige Jahre vergehen. Es kommt zum „French Connection“-Skandal (1972), als das US-Magazin „Time“ enthüllt, dass sowohl Achille Peretti, als auch Charles Pasqua (beide ehemalige SAC-Mitglieder) in Heroingeschäfte der korsischen Mafia mit der Genovese-Familie in New York verwickelt sind. Ein erfolgloses Attentat gegen Peretti wird von den Behörden als Suizidversuch getarnt. Die Hintermänner werden nie gefasst.
Auch die zweite Frau von Sarkozys Vater, Nicolas geliebte „Zweitmutter“, trennt sich vom ungarischen ex-Adligen (1977). Sie heiratet einen gewissen Frank Wisner Jr. Wisner ist Sohn eines hohen CIA-Beamten, selbst für den CIA tätig und nebenbei die Nummer Zwei im US-State-Department unter Jimmy Carter. Wir sehen also, illustre Freunde schafft sich die Sarkozy-Familie überall...
Der junge Nicolas tritt in der Folge der Gaullistischen Partei bei. Unterstützt wird er in Frankreich von Unterweltler Pasqua, in den USA durch Lerngänge am State Department in Washington, unter „Adoptivvater“ Wisner. So verkehrt Sarkozy also gleichzeitig im Ganovenmilieu, wie in höchsten US-Geheimdienstkreisen: Ein Zufall? Wie sagt doch das französische Sprichwort: „Honi soit qui mal y pense“.
Der zukünftige Präsident schliesst seine Ausbildung zum Anwalt ab (1982) und heiratet die Nichte des Arbeitgebers seiner Mutter, des de-Gaulle-Sicherheitsdienstlers, Peretti. „Zufällig“ ist der junge Nicolas Sarkozy bald vornehmlich in Korsika im (Rechts-) Dienst der lokalen Mafia-Kreise unterwegs. Er kauft sich ein Haus auf der Insel und nimmt die korsische Endung seines Namens, „-y“ anstelle des „-i“ an.
Das Schicksal meint es gut mit Sarkozy: Stiefonkel Achille Peretti stirbt und Nicolas kann dessen Bürgermeisteramt im vornehmen Neuilly-sur-Seine übernehmen (1983). Nun da Peretti tot ist, hat er seinen Dienst getan – und Sarkozy hintergeht fortan (ab 1984) seine Frau mit Cécilia Martin-Albeniz, der Gemahlin eines bekannten TV-Präsentators, die er just an seiner ersten Hochzeit kennen gelernt hat.
Der forsche Jungpolitiker Sarkozy bleibt mit Marie-Dominique Culioli verheiratet, lebt aber (ab 1989) mit Cécilia zusammen. Als Hochzeitszeuge wohnt Sarkozy der Vermählung von Partei-Chef Jacques Chiracs Nichte bei und lässt es sich nicht nehmen, mit der Frischvermählten eine erotische Liaison einzugehen (1992). In der Folge begeht deren Jung-Ehemann Selbstmord. Es kommt zum bleibenden Bruch zwischen Sarkozy und Chirac; fortan sind sie Erzfeinde.
Nun erlangt Sarkozy in der „Cohabitations-Regierung“ (1993) unter Jacques Mitterrand seinen ersten Ministerposten, denjenigen des Transportministers und Regierungssprechers. Sein alter Freund und Mentor, Charles Pasqua schafft es – trotz des Skandals um die „French Connection“ und trotz Verwicklung ins marokkanische Haschisch-Geschäft – zum Innenminister. Gleichzeitig ernennt der israelische Mossad Pasqua zum Ehren-Offizier!
In der Zwischenzeit ist in den USA Sarkozys „Adoptivvater“ Frank Wisner Jr. als Nachfolger des heute einschlägig bekannten Paul Wolfowitz zum Hauptverantwortlichen im Planungsstab des Verteidigungsministeriums aufgestiegen; an Wisners problematischen Familienbeziehungen zum französischen Regierungssprecher scheint sich niemand zu stossen …
Innerhalb von Chiracs UDF versuchen die „Erneuerer“ um Pasqua, Sarkozy und Premier Édouard Balladur nun, die Agenda ihrer Freunde jenseits des Atlantiks voranzutreiben: Die Osterweiterung der EU und der NATO wird unterstützt; wohl wissend, dass dies zu einer Überdehnung und Stagnation der EU und einer Annäherung Frankreichs an die NATO führen wird.
Sarkozy wird während der ersten Regentschaft von Jacques Chirac (ab 1995) zunehmend diskreter in seinen politischen Manövern. Er schafft sich politische Seilschaften in höchsten Finanzkreisen, kann sich endlich scheiden lassen und Cécilia heiraten (1996). Die Trauzeugen seiner zweiten Hochzeit sind die beiden reichsten Männer Frankreichs.
In der Zwischenzeit hat Wisner im US-Verteidigungsministerium, sowie mit seinem eingespielten Team in der CIA die „Akte Sarkozy“ vorangebracht: „Adoptivsohn“ Sarkozy soll sobald als möglich an die Spitze des Staates gehievt werden, indem zuerst die Gaullisten-Partei erobert, und dann jeder partei-interne Widerstand gegen Sarkozy „neutralisiert“ wird. Schlussendlich soll der (sozialistische) Gegner im Rennen um das Präsidentenamt verunglimpft werden, um den Sieg „abzusichern“. Ein Wahlkampf ganz im amerikanischen Stil also.
Die Operation
Posthum werden auf einer Video-Kassette die Anschuldigungen eines Häusermaklers mit Verbindungen in die höchsten politischen Sphären in Umlauf gebracht. Eine Affäre bricht los, in deren Verlauf der Gaullistische Premierminister Alain Juppé sich gezwungen sieht, sich vor Chirac zu stellen. Juppé stürzt sich selbst aufs Messer. Ins Rollen bringt diese Affäre der Sozialistische Parlamentarier Dominique Strauss-Kahn. Strauss-Kahn ist selbst marokkanisch-jüdischer Abstammung. Seine Religionszugehörigkeit ist hier deshalb von Interesse, weil in der „Operation Sarkozy“ eine solche Häufung seiner Glaubensbrüder zu beobachten ist, dass kaum noch von einem Zufall ausgegangen werden kann. Der Leser möge jedoch selbst urteilen.
Jedenfalls kann sich Sarkozy (dem gleich seinem Mentor Pasqua eine Mitgliedschaft im Mossad nachgesagt wird) in der Folge an die Spitze der Partei setzen. Sarkozy bringt seinen Erzfeind Chirac gar dazu, den wohl grössten politischen Fehler seiner Karriere zu begehen: Die Berufung Nicolas Sarkozys zum Innenminister (Mai 2002)!
So gelingt es Sarkozy, weitgehend die Kontrolle über die Sicherheitsdienste zu übernehmen – und seine Mitverschwörer an später entscheidenden Stellen zu platzieren.
In kurzer Folge rollt nun unter Innenminister Sarkozy eine Affäre nach der anderen heran: Die Affäre Colonna um das Autonomiestatut von Korsika, die Pariser Krawalle (2005), bei denen Sarkozy mit militant-rassistischer Sprache die Stimmung bewusst anheizt, sowie vor allem die sogenannte „Clearstream-Affäre“ (2004).
Das Finanzunternehmen Clearstream in Luxemburg hat für Sarkozy und weitere Prominenz angeblich Schmiergelder gehortet und verschoben, die bei einem Fregatten-Verkauf an Taiwan geflossen sind. Hierbei gelingt es Sarkozy, seinem „rechten“ Gegenspieler innerhalb der UMP, Dominique de Villepin, unterzujubeln, dieser hätte ihn verunglimpft. De Villepin, vordergründig ein integrer Politiker und selbst aussichtsreicher „rechter“ Präsidentschaftskandidat, gelingt es nicht, entlastendes Material beizubringen, so dass der Fall noch heute als unaufgeklärt gilt.
Die gefälschten Clearstream-Unterlagen werden von einer Firma in London hergestellt, die vom CIA und vom britischen Geheimdienst MI6 gegründet und deren Direktor ein gewisser Frank Wisner Jr. ist. In Umlauf gebracht werden die Papiere von der „Franco-American Foundation“ in Paris; deren Präsident John Negroponte (heute oberster Geheimdienst-Koordinator des Bush-Regimes) und dessen Direktor wiederum Wisner Jr. ist! Die wahren Hintermänner von „Clearstream“ werden übrigens offiziell nie ausfindig gemacht. Die Schmach de Villepins räumt aber Sarkozy jede
Gegnerschaft von „rechts“ aus dem Weg
Nun bleibt die Ausschaltung des Präsidentschaftskandidaten der Sozialisten. Um diese Ehre ringen ex-Premier Laurent Fabius und Ségolène Royal, wobei nur Fabius eine wirkliche Gefahr für Nicolas Sarkozy darstellt. In der partei-internen Ausmarchung wird deshalb wieder der schon erwähnte Dominique Strauss-Kahn erfolgreich gegen Fabius in Stellung gebracht. Strauss-Kahn gewinnt zuerst gegen Fabius, knickt dann aber gegen Madame Royal „überraschend“ ein. Für seinen Amtsverzicht wird Strauss-Kahn in der Folge aber fürstlich entlöhnt; erhält er doch über seine Duzfreundin (an der Stanford-Universität), Condoleeza Rice, sowie auf Empfehlung von Sarkozy das Amt des Leiters des Internationalen Währungsfonds (IMF) zugeschanzt (2007).
Nun ist es für Nicolas Sarkozy ein leichtes, gegen eine Präsidentschaftskandidatin obenaufzuschwimmen, die ein doppeltes Manko hat; das Talent, im Wahlkampf von einem Fettnäpfchen ins andere zu treten, sowie eine Frau zu sein.
Am 6. Mai 2007 ist Nicolas Sarkozy daher am vorläufigen Ziel seiner Politik der Denunziation und der Intrigen angelangt. Er ist nun Präsident Frankreichs.
Mit dem Programm der „grossen Umgestaltung“ kann nun ernst gemacht werden: Die Ideologie, welche „Neokonservativismus“ genannt wird, aber Faschismus ist, setzt, einem Virus gleich, ihren Weg durch die westlichen Gesellschaften ungehindert fort.
Hat dieser Faschismus der Geheimdienste und der Konzerne der „grössten Demokratie der Welt“ schon den tödlichen Stoss versetzt, kann er nun weiterziehen, um, Frankreich als Einfallstor nutzend, in der EU sein Zerstörungswerk zu vollenden.
Ausschüttung der Dividenden
Zuletzt wollen wir noch ein Auge auf die neue Sarkozy-Mannschaft, deren geteilte Loyalitäten, sowie bisher eingefahrene Dividenden werfen.
Seit seiner Wahl zum Präsidenten verkehrt Sarkozy noch viel enger ausschliesslich mit Frankreichs kleiner Schicht der Superreichen. Der Ärger der französischen Bevölkerung über seine Überheblichkeit und Kaltschnäuzigkeit, die Nächte in Luxushotels und Ferien auf Luxusjachten ist nur mit Mühe im Zaum zu halten.
Parteiintern und in seinen Regierungsentscheidungen verlässt sich Sarkozy vornehmlich auf vier Männer: Claude Guant, General-Sekretär des Élysée-Palasts und ehemals rechte Hand des skandalumwitterten früheren Innenministers, SAC-Gründers und korsischen Mafia-Mannes Charles Pasqua. Dann Francois Prol, Guants Untergebener im Élysée und selbst ehemaliger Vize-Direktor der Rothschild-Bank. Dann haben wir Sarkozys Berater Jean-Henri Lévitte, der Sohn des früheren Direktors der Jewish Agency in Israel, eines zionistischen Dachverbandes. Als französischer UNO-Botschafter entfernte ihn Chirac einstmals wegen seiner offenen Sympathien für die Bush-Regierung von seinem Posten. Nun ist Lévitte wieder da.
Der Mann im Schatten, Alain Bauer schliesslich ist Vorsitzender der Geheimdienste, ein Posten der in etwa jenem von John Negroponte in den USA entspricht. Sein Name fällt selten, umgekehrt proportional aber ist seine Bedeutung. Bauer ist Enkel des Gross-Rabbiners von Lyon, selbst früherer Grossmeister der Freimaurer-Loge vom Grossen Orient, sowie (last, but not least) ehemaliger Vizedirektor der europäischen Niederlassung der National Security Agency (NSA), des vielleicht wichtigsten US-Geheimdienstes. Wie doch die Fäden immer so schön zusammenlaufen!
Nun zu Bernard Kouchner. Auf Empfehlung von Frank Wisner Jr., dem „Adoptivvater“ von Sarkozy und nunmehr „special envoy“ der Bush-Regentschaft für Kosovo, wird Kouchner, ein Jude baltischer Abstammung Aussenminister. Seine Hauptaufgabe? Die Unabhängigkeit des Kosovo in die Wege zu leiten, sowie die Beendigung der seit de Gaulle stets Araberfreundlichen Politik Frankreichs. Der Weg zu letzterem Ziel ist übrigens Hauptmotivation für Sarkozys so genannte „Mittelmeer-Union“, deren Endziel nichts weniger vorsieht als die Aufnahme Israels (über diese Union) in die EU.
Wie dem auch sei, Kouchner ist ein bewährter Mann: Über das National Endowment for Democracy arbeitet er zuerst für Zbigniew Brzezinski, den langjährigen Chef-Strategen der US-amerikanischen Energie-Politik in Afghanistan mit Osama Bin Laden und Hamid Karzai zusammen. Daraufhin treffen wir ihn als Berater von Aufständler Alija Izetbegovic in Bosnien-Herzegowina und schliesslich als UN-Chefunterhändler in Kosovo.
Apropos Afghanistan. Unter dem genannten Hamid Karzai und dessen Bruder Ahmed, sowie der Ägide der angeblichen NATO-„Schutztruppe“ steigt Afghanistan zum weltweit grössten Opium-Produzenten auf. Heute wird das Opium schon im Land zu Heroin verarbeitet und anschliessend von der US-Air Force nach Camp Bondsteel in Kosovo, der grössten US-Luftwaffen-Basis der Welt geschafft. Dort wird das Heroin unter den Augen der US-Truppen und mit Hilfe der UCK-Regierung des Kosovo in die Laster des israelischen Fuhrunternehmers Chaim Thai umgeladen und darauf in ganz Europa verteilt.
Der Zufall will es, dass sowohl Hamid Karzai als auch Chaim Thai alte Freunde von Bernard Kouchner sind. Kouchner selbst will bis heute trotz internationaler Presseberichte über den Drogenschmuggel via Kosovo (u.a. Der Spiegel, August 2006) und trotz seines Aussenminister-Postens nichts von deren kriminellen Machenschaften gehört haben.
Schliesslich haben wir da noch Christine Lagarde, Ministerin für Wirtschaft und Finanzen. Bis vor wenigen Jahren macht Lagarde vornehmlich in den USA Karriere, zuerst als Top-Advokatin, dann innerhalb von (Vize-Präsident) Dick Cheneys Center for International & Strategic Studies. Dort leitet sie zusammen mit dem schon früher genannten Zbigniew Brzezinski einen Stab, der die Regierung Polens bei der Privatisierung „berät“. Obwohl sie kurz zuvor in der Privatwirtschaft noch intensives Lobbying für die US-Flugzeugfirma Lockheed Martin gegen den französischen Hersteller Dassault (Mirage) betrieben hat, ist sie Sarkozys Wahl für das Wirtschaftsministerium!
Doch nicht nur Nicolas Sarkozy und seine kriminellen Mitstreiter sonnen sich im neugefundenen Ruhm: Auch Bruder Pierre-Olivier kann sich von der neokonservativen Erfolgsstory in Frankreich seinen Happen abschneiden. Vom ehemaligen CIA-Vize-Direktor Frank Carlucci wird „Oliver“ Sarkozy zum Direktor eines neuen Investment-Fonds der Carlyle-Gruppe ernannt. Carlyle? Richtig, das ist die Portfolio-Management-Firma, die unter dem vormaligen US-Aussenminister James Baker, sowie ex-US-Präsident George Bush Sr. die Finanzen der Familien Bush und Bin Laden verwaltet. Als Carlyle-Berater seit zwei Jahren dabei ist auch Tony Blair, pathologischer Lügner und britischer ex-Premier. Nun gehört auch Sarkozy-Bruder „Oliver“ zur Familie; in einer beispiellosen Steilkarriere steigt er als Portfolio-Manager der gesammelten Fonds von Kuwait und Singapur zum nunmehr etwa viertmächtigsten Finanzverwalter der Welt auf.
Und Präsident Sarkozy selbst? Seine Popularität befindet sich heute im freien Fall. Das Publikum quittiert Sarkozys Entledigung von Cécilia und die anschliessende Liaison mit „Supermodel“ und Pop-Sternchen Carla Bruni mit Ärger, aber auch mit Resignation. Noch scheint den windigen Präsidenten die schwindende Popularität nicht zu stören, denn man bewegt sich bis auf weiteres in rundum geschützter Umgebung: Erst wenige Monate vor der Heirat hatte der Zeitungsmagnat („Libération“) Édouard de Rothschild, Spross der Bankerdynastie gleichen Namens und Meister der Meinungsmanipulation Nicolas und Carla einander vorgestellt. Trauzeuge der dritten Eheschliessung ist Nicolas Bazire, einstmals Sekretär von Premier Balladur – auch er Teilhaber an der Rothschild-Bank.
Und das französische Volk? Um Marie Antoinette, Königin von Frankreich von Gottes Gnaden zu zitieren: Hat es kein Brot, so soll es doch Kuchen essen.
In vergangenen Zeiten rollten unter vergleichbaren gesellschaftlichen Bedingungen die Köpfe, so auch derjenige der Königin. Ist es vielleicht an der Zeit, die alten Guillottinen zu entstauben und die Klingen nachzuschärfen?
Im heutigen Frankreich Nicolas Sarkozys würden manche wohl sagen, ja.
[Übersetzung und Kürzung des Originaltextes, sowie Ergänzungen von Gabriel Stetter, August 2008.]