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Ludolf v. Walthausen

Über das  GELD-MACHEN

                               … und so weiter

 

Das Büchlein gibt keine Anleitung zur Erzeugung von Geld. Von den Praktikern, die ihre speziellen Geldherstellungsmethoden anwenden, werden wir aber auch nichts darüber erfahren. Gemeint ist hier auch nicht eine Beschreibung der redlichen Druck- und Prägearbeit, die zur Erzeugung von Geldscheinen oder Münzen führt. Vielmehr sollen hier einige Unsinnigkeiten unseres Wirtschaftens aufgezeigt werden. Die unersättliche Habgier, zu der die Menschen schon von klein auf geradezu dressiert werden, zeigt seine Früchte der Maßlosigkeit, führt zu sozialen Kontrasten. Und wozu das alles? Hat der Mensch wirklich keinen anderen Erdenauftrag, als seine Leiblichkeit mit irdischen Genüssen zu befriedigen – und dies mit dem geringsten Aufwand an körperlicher und geistiger Anstrengung?

Sein heutiges Verhalten sei naturgesetzlich so festgelegt, und überhaupt zeige der Naturablauf aller Geschöpfe das Selektionsprinzip, wonach der Erfolgreichere den Schwächeren tilgt. Nach dieser Logik bestünde heute aber gar kein irdisches Leben mehr. In der langen Zeit der Evolution hätte es doch schon längst einen Erfolgreichsten geben müssen, der seine Widersacher oder Schwächeren beseitigen konnte. Und wovon soll er nun leben? Nach diesem Glauben lebt der Mensch heute tatsächlich und ist auch auf dem besten Wege, so seine Lebensgrundlage und damit sich selbst auszulöschen.

Sehen wir genauer in die Natur, wird offensichtlich, daß ein soziales Gefüge besteht: Überwiegend ein Geben und Empfangen. Heißt es nicht sogar, erst empfangen wir (unser bewußtes Leben und Wahrnehmungen), wodurch wir verpflichtet sind, soviel wir können selber zu geben? Nur so ist auch Humanität zu verstehen. Jedes Raffen, und auch die Erwartung, ohne Leistung von anderen Leistungen (Zinsen, Dividenden, Glückspiel usw.) zu bekommen, ist Inhuman.

Selbst wenn die Natur nun doch nach Darwin funktionieren würde, weil es z.B. auch in der Tierwelt Parasiten und Kampfverhalten unter der eigenen Art während der Brunstzeit oder Nestraub gibt, der Mensch hat die Möglichkeit, durch Vernunft andere Regeln zu befolgen.

Der geneigte Leser möge bitte aus den Ausführungen folgern, wie das gemeint ist und womöglich ganz anders darüber denken. Es war ursprünglich gedacht, das Büchlein in Form eines Dialogs mit einem Wirtschaftswissenschaftler herauszugeben. Vielleicht kommt eine solche Fassung eines Tagen auch noch zustande. Hierzu wären durchaus nicht immer gleiche Auffassungen zu erwarten. Man kann ein Objekt schließlich auch von verschiedenen Seiten betrachten.  

2008, Eigenverlag, 43 Seiten, € 3 / Fr. 5, ISBN 978-3-906712-36-9

Auslieferung: Lochmann-Verlag, CH-4009 Basel